Sie sind gerade hier: Über das Segeln | Ein Tag auf dem Meer
Das Schiffen bietet ein besonderes Erlebnis aus mehreren Gesichtspunkten denen, die sich so entscheiden, Ihren Urlaub auf einem Segelboot verbringen zu wollen.
Warum ist es aber etwas Besonderes? Warum mag man auf dem Meer eine Woche mit seiner Familie, seinen Freunden verbringen? Wie vergeht das Leben auf dem Meer? Inwieweit ist der Urlaub anders als in einem Hotel oder Appartement?
Es ist schon Morgen, die Sonne ist schon aufgegangen, der gelbe Schein der Sonne kommt durch das Fenster des Salons. Die Nacht ist gut verlaufen, die Seeleute schlafen wie geschaukelt. Das leise Sprudeln des Wassers ist unter dem Bett, neben unserer Kabine zu hören. Durch das offene Fenster riecht man das salzige Meer. Jemand steht auf, macht einen Kaffee für die Mannschaft. Gleich duftet es angenehm in jedem Winkel des Schiffes.

Jeder kommt aus der privaten Kabine und neben dem Kaffee beginnt das Gespräch in dem Salon. Dann brechen die Muntersten auf, frisches Brot aus der Bäckerei zu holen, die Anderen bereiten das Frühstück zu und decken den Tisch in dem Cockpit.
Der schon am Morgen lauwarme Wind streichelt die Gesichter, jeder schaut den Wellen, den Inseln, den Schiffen lächelnd zu. Wir sind gemeinsam auf dem Segelboot, in einem Hafen, zusammen mit den Freunden auf dem Meer. Ein wunderbares Erlebnis hat begonnen, und es folgen noch andere ähnliche
Die Zeit zwischen dem Frühstück und der Abfahrt vergeht mit der Diskussion darüber, in welche Richtung die Mannschaft aufbrechen soll, wo sie das Mittagessen einnehmen soll, wo sie baden wird. Für den durchschnittlichen Urlauber sind diese Spontaneität und Abwechslung unbekannt.

Aber das Schiffen hat den großen Vorteil, dass man dorthin fährt, wohin man will, man ankert und badet, wo man eben will, weit von den Menschen, von dem Lärm der Küste, in friedlicher Ruhe.
Die eine Woche vergeht für den Urlauber, dass er zweimal an demselben Ort sein Mittagessen nicht verzehrt, er badet zweimal an derselben Stelle sicher nicht.
Bei diesem Urlaub muss man sich wenigstens den Kopf darüber nicht zerbrechen, wohin man baden geht, denn ein riesengroßer Strand umgibt einen, man kann an jedem Ort baden, platschen.
Das Reiseziel ist abgemacht, die Mannschaft fährt los. Wir verlassen den Hafen, nehmen leise Abschied, denn unser Weg führt weiter, es kann sein, dass wir den Hafen erst in einem Jahr zurücksehen.
Auf dem offenen Meer, weht es angenehm, jemand stellt sich ans Steuer, ein anderer navigiert, man zieht die Segel hoch, die anderen nehmen ihren Anteil an der Mannschaftsarbeit aus. Wir segeln und es ist phantastisch.

Es ist still, man hört nur das leise Dröhnen von Wellen. Wir bewundern das vor uns liegende wundervolle blaue Wasser. Der Anblick und die Nähe beruhigen alle. Es hat einen Zauber, der alles vergessen lässt, er bringt Heiterkeit, gute Laune, zugleich Freundschaft und die Unberührtheit der Solidarität.
An der Küste entlang schiffend fahren wir an wunderbaren Buchten, steilen Klippen, freundlichen Häuschen vorbei. Das Erlebnis möchte man mitbringen, man will es immer von neuem erleben, deshalb fotografiert man.
Man kann aber doch nicht den ganzen Tag Fotos fertigen. Man entscheidet eher dafür, sich am Bord bequem zu machen, in den Sonnenstrahlen zu baden, ein Getränk zu sich zu nehmen und sich endlich mit den Freunden und Familienangehörigen zu unterhalten. Man spricht über unbekannte Themen, neue Sachen. Nach einigen Jahren bemerkt man, dass die Geschichten immer öfter von dem Schiffen handeln.
Die nächste Stadt ist mit dem Boot nur zwei Stunden entfernt, aber diese Strecke legt man fast im Nu zurück. Eine freundliche Bucht empfängt uns, wir entscheiden uns einstimmig für ein schnelles Baden. Wir sonnen uns, dann fahren wir zu dem nächsten Hafen weiter, denn jeder von uns kann nur an ein kaltes Bier und ein leichtes Mittagessen denken. Das Anlegen geht schnell, jeder hilft dabei, sogar der Hafenmeister kommt, das Seil zu ergreifen.
Es lohnt sich, die schattigen Strassen der gemütlichen kleinen Stadt zu entdecken. Die schmalen Strassen, der Hauptplatz, die Kirche, die Anlegestelle bleiben noch viele Jahre in unserem Gedächtnis. Nach dem Mittagessen in dem lokalen Restaurant stimmen wir für ein schnelles Weiterfahren ab, denn die Zielstation liegt noch mehrere Stunden vor uns. Wir wollen dort rechtzeitig anlegen, denn in dem Nachtleben möchten wir doch nicht müde ankommen.
Ein ruhiges Schiffen folgt, für ein wenig Tauchen gibt es auch Zeit. Das darf man nicht auslassen, denn in dem kristallklaren Wasser kann man die ganze Naturwelt des Meeres betrachten.
Viertelwind, Halbwind, längerer Schlag, kürzerer Schlag, Handhabung von Seilen und Segeln, Navigation….langsam aber sicher wird man segeln lernen, auch, wenn jemand es nicht will… aber natürlich kommt das bei uns nicht in Frage. Ein 6 Tonnen schweres Boot, das Steuerrad hat ein Durchmesser von 1,5 Meter, die Länge des Bootes ist mehr als 10 Meter, wer würde sich nicht stolz ans Steuerrad stellen, um das Boot zu zügeln.
Spät am Nachmittag kommen wir in dem Hafen an, wir legen neben freundlichen und lustigen Schiffern an. Wir kommen gleich ins Gespräch, wir haben eine gemeinsame Sprache. Wir bieten ihnen frisches Abendessen an. Eine schnelle Dusche in der Marina (alles wie in den Kinderlagern) und gleich gehen wir in die Stadt.
Aber was sollen wir morgen unternehmen?? Was sonst? Wir segeln….















