Sie sind gerade hier: Reiseziele | Kroatien | Die Hauptwinde der Adria
Der Maestral (Mistral) (Nordwestwind)
Die Bora (Bura) (Nordostwind)
Der Jugo (Schirokko) (Südostwind)
Newera (Newera) (Südwestwind)
Der Maestrale
Der Maestral weht aus Nordwest, er entsteht beim hohen Luftdruck, er beginnt im Allgemeinen gegen 11 Uhr vormittags und bringt meistens gutes Wetter. Er ist ein typischer Sommerwind, hat die nordwestliche Richtung, bei diesem Wind kann man schön und stabil segeln. Nach der morgenlichen Stille beginnt im Sommer seine gemütliche Strömung regelrecht gegen Mittag, dann weht ein bisschen stärker ganz bis zum Sonnenuntergang. Vor dem Sonnenuntergang hört er auf zu wehen, dann beginnt er am nächsten Tag –nach der ruhigen Nacht- mit ähnlicher Stärke vom Neuen zu wehen. Er erreicht die Windstärke 5 bis 6 und weht meistens in den Buchten von Zadar und Korčula.

Der Maestral ist wie geschaffen für ein angenehmes, entspanntes Segeln ohne Manöver, denn seine Stärke ist gleichmäßig, seine Natur ist vorhersehbar und mild. Während Bora und Jugo, beide auf ihre eigene Weise die Segler in Aufregung setzten und vor Herausforderung stellen, garantiert der Maestral den reinen Genuss, man kann sich ohne Angst dem Meer überlassen.
Da mit dem Sonnenuntergang die nötigen Bedingungen für das Entstehen des Maestrals verschwinden, beginnt mit der ersten Dämmerung ein sanfter Nachtwind vom Festland her mit Windstärke 3 zu wehen, welcher wiederum mit dem Aufgang der Sonne in Windstille übergeht, die sich dann schließlich um die Mittagszeit in einen erfrischenden Maestral verwandelt.

Obwohl die Adria nicht zu den gefährlichen und launenhaften Meeren zählt und das Segeln das ganze Jahr hindurch möglich ist, bestehen doch die günstigsten Bedingungen von Mitte Juli bis Mitte Oktober. Dann können auch diejenigen die Fahrt auf dem Meer genießen, die nur wenige Erfahrungen mit dem Segeln sammeln konnten.
Die Bora
Die Bora weht vom Festland zum Meer, der Wind ist relativ kalt und trocken und erreicht eine mäßige Stärke, er kann sogar mehrere Stunden andauern. Er reinigt die Luft, deshalb ist die Sicht nach der Bora ausgezeichnet und das Wetter ist sonnig und heiter.
Obwohl die Bora vor allem ein Winterwind ist, weht sie doch das ganze Jahr hindurch, hauptsächlich in den Morgenstunden und kann eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 11m/sec. erreichen. Die Bora hat bestimmte Vorzeichen: die sogenannten „Wolkenkappen“, die sich auf der Spitze der größeren Berge bilden und die zackige Oberfläche des Meeres auf dem nordöstlichen Horizont.
Vom Ufer entfernt verringert sich die Stärke der Bora. Im Sommer dauert er nur einige Stunden, aber von Zeit zu Zeit kann er sogar ein-zwei Tage andauern. Die stärksten Boras treten bei Kvarnergg, in dem Kanal Velebit, am Ufer von Šibenik und Split, bei Pelješac und Dubrovnik auf. Seine Stärke kann sogar die Geschwindigkeit von 200 km/ Stunde erreichen.
Die Sommer-Boras entstehen meistens in dem nördlichen Teil der Adria, wo die Bergketten am schmalsten sind (Velebit). Die Wellen, die durch die Bora entstehen, sind kurz und entfernen sich von dem Festland schnell. Die zerspitzenden Wellenkämme verwandeln sich in weißen, sprühenden Meerschaum, wobei starke Windschläge manchmal Wassertropfen durch die Luft schleudern können und so den sog. „Meeresstaub“ produzieren.

Hier ein paar praktische Ratschläge, falls die Bora weht: sollte man beim Segeln entlang der dem Festland zugewandten Inselküste auf eine Zone ohne Vegetation treffen, dann muss man hier mit einer besonders starken Bora rechnen.
Wenn man bei Bora segelt, soll man möglichst die Nähe der Küste vermeiden und sich auf Manöver vorbereiten, man soll Geduld haben, denn man muss die Anordnung der Segel wahrscheinlich mehrmals verändern. Die Sicherheit muss erstrangig sein. Die Bora dauert im Sommer im Allgemeinen nur einige Stunden, aber von Zeit zu Zeit kann sie auch mehrere Tage andauern.
Der Jugo (Schirokko)
Der Jugo ist ein südöstlicher, feuchter Wind und bringt vom Oktober bis Ende Januar bedeutenden Regenfall mit sich. Er schlägt die Wellen hoch, das Vorzeichen seiner Ankunft ist, dass auf dem südlichen Horizont das ruhige Meer und der Himmel von dunkelgrauen Wolken bedeckt werden. Der Jugo dauert oft mehrere Tage an, während das Meer auch länger still bleiben kann. Es kann vorkommen, dass der Jugo von Afrika rotbraunen Sand zu der Adria weht. Es ist wichtig zu wissen, dass der Jugo seine Richtung in einigen Minuten verändert und in einen nordöstlichen starken Wind übergeht.

Da der Jugo zur Gruppe der Frühlings- und Herbstwinde gehört, denen Regen und feuchte Luft folgen, weht im Sommer eher selten. Wenn er doch wehen sollte, dann sind die folgenden Charakterzüge typisch: Der Wind weht ohne Unterbrechung und wird schrittweise stärker. Er produziert sehr schöne, lange Wellen ohne Rausch und Schaum. Erst bei einem starken Jugo schlagen die Wellen auf die Küste und ziehen sich lärmend ins offene Meer zurück.
Der Jugo bedeutet eine große Aufforderung, denn die Wellen sind gleichmäßig und die Richtung und die Kraft des Windes sind konstant, deshalb ermöglicht der Jugo ein besonderes Erlebnis dynamischer Fahrt. Da die Segel konstant vom Wind gefüllt sind, kann das Segelboot eine sehr hohe Geschwindigkeit erreichen.
Die Newera

Die vom Westen kommenden Stürme in der Adria nennt man Newera. Sie sind hauptsächlich vom Juni bis September auf der nördlichen Seite der Adria anzutreffen. Es entsteht meistens über Nord-Italien, dann kommt es durch die Adria aus Nordwesten und Südwesten. Sie können sehr gefährlich sein. Seine Geschwindigkeit erreicht 15-20 Knoten, aber bei größeren Windgeschwindigkeiten kann es auch schneller sein. Blitz, Regengüsse, Hagel und starke Böen begleiten diesen Wind. Es dauert einige Stunden und erstreckt sich über ein kleines Gebiet. Die Newera kann man sicher nur einige Stunden vor ihrem Einsetzen voraussagen.
Als wichtige Vorzeichen einer Newera gelten: Hitze und Schwüle, Sturmwolken auf dem westlichen Horizont, plötzlicher Fall des Barometers, plötzliches Sinken der Temperatur, Sinken der Luftfeuchtigkeit. Der Wind, anfangs mild und warm, wird vor dem Einsetzen der Newera stark und weht aus der entgegengesetzten Richtung (im Allgemeinen weht er vom Osten). Danach weht er aus der ursprünglichen westlichen Richtung. Die plötzliche Luftdruckveränderung weist auf die heftigen Windstösse, die dem Temperatursinken folgen. Sobald die Newera vorbei ist, normalisiert sich allmählich der Luftdruck, die Temperatur beginnt zu steigen, das Wetter heitert auf, die Wellen werden kleiner, es herrscht Windstille oder es setzt eine leichte Landbrise ein.
In der Adria kommen zwei Arten von Newera vor: die plötzliche und die anschwellende Newera.
Die plötzlichen Newera können sehr gefährlich sein, denn um die Inseln schiffend kann man von ihnen den westlichen Horizont nicht sehen, so verhindern diese das rechtzeitige Entdecken der Newera. Bei Tag bemerkt man die Blitze nicht so gut, der Wind geht der Newera aus der entgegengesetzten Richtung, so kann er sehr unerwartet auftreten.
Bei der anschwellenden Newera weht der Wind schwach und allmählich wird er stärker, und weht aus der Bewegungsrichtung der Newera. Mit dem Sinken des Luftdrucks kann man es ziemlich früh entdecken. Sobald der Wind und der Regen ihr Maximum erreichen, ändert er seine Richtung schnell, dann hört er in ein paar Stunden auf.















